Wie verhindern wir, dass Deutschland ein Industriemuseum wird? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der Beirat von Handwerk BW in seiner Herbstsitzung am 12. November 2025 in Stuttgart.
In einer Keynote sprach Professor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – also in gewisser Weise Chefökonom der Bundesagentur für Arbeit – über die „Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschlands und unseres Arbeitsmarkts. Wie verhindern wir, dass das Land ein Industriemuseum wird?“ Dabei vertrat er die These, dass die großen Entlassungen der Konzerne nicht das Problem seien. Die mangelnde Aufnahmefähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen für diese Arbeitnehmer sieht er als größeres Problem. Und daher brache es mehr Fokus auf die wirklichen Zukunftsthemen und -chancen wie z.B. KI, Energiewende und Hightech anstelle von Stahl- und Autogipfel.
Die Frage, inwieweit die von der Entlassungswelle betroffenen Beschäftigte aus der Industrie aber bereit sind, sich auf die meist viel breiter gefassten Aufgabenspektren in kleiner strukturierten Unternehmen einzulassen und ggf. auch andere Veränderungen wie Arbeitszeit und / oder Vergütung hinzunehmen hatte er nicht beantwortet. Offenbar ist die Not noch nicht groß genug für diese Zielgruppe, Kompromisse einzugehen bzw. sich durch Weiterbildungsmaßnahmen z.B. für den handwerklichen Mittelstand fit zu machen.
Benennung in Gremien aus Bundesebene
Der Beirat nahm satzungsgemäß auch die Benennungen seiner Vertreter für die Gremien im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bzw. des Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) vor. Aus Sicht der Elektrohandwerke ist anzumerken, dass Andreas Hausch auf Initiative des Fachverbandes hin mit Wirkung zum 01.01.2026 für den ZDH-Ausschuss „Sozialversicherung“ sowie für den UDH-Ausschuss „Sozial- und Tarifpolitik“ benannt wurde und insofern die Nachfolge in beiden Gremien von Andreas Bek antritt.
Landesausschüsse und mehr
Auch die Zusammensetzung der Landesausschüsse innerhalb von Handwerk BW wurden fixiert. Hier wird z.B. künftig Sven Kronenwett aus Karlsbad, stellvertretender Obermeister der Elektroinnung Karlsruhe bzw. designierter Obermeister, im Landesausschuss Europa die Flagge des Elektrohandwerks hochhalten. Auch die aktuell wichtigen Themen, die in der Handwerk BW-Agenda zusammengefasst wurden, sowie die aktuellen Gesetze mit Handwerksbezug wurden ebenso thematisiert und beschlossen, wie der Terminkalender 2026.
Verabschiedung Rainer Beckert und Andreas Bek
Präsident Rainer Reichhold verabschiedete Rainer Beckert nach mehr als 15 Jahren und Andreas Bek nach mehr als 30 Jahren in den Gremien von Handwerk BW mit allen Würden aus dem Beirat und überreichte beiden einen „LEO“.
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